Unser Knie - hart aber herzlich!

Kümmern wir uns darum.

Vom ersten Moment an, wo es belastet wird, ist unser Kniegelenk in Aktion. Tagaus, tagein wird es bewegt, gestoßen, belastet, gestaucht, gebeugt, gestreckt, gedreht, verdreht, gebremst, geschwungen, entlastet oder gelockert und es trägt die gesamte Last des Rumpfes und muss diese auf den Unterschenkel weiterleiten.

Es wird also am stärksten belastet und ist zudem das größte und komplizierteste Gelenk des Menschen. Es stellt die bewegliche Verbindung zwischen Oberschenkel und Unterschenkel dar. Das Gerüst des Kniegelenkes bilden drei Knochen (Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia) und Kniescheibe/Patella) gemeinsam mit einem komplexen Kapsel- und Bandapparat (Seiten- und Kreuzbänder). Das Wadenbein (Fibula) ist nicht direkt am Kniegelenk beteiligt. Das Kniegelenk ist ein Drehscharniergelenk, denn es kann sowohl gebeugt, als auch gedreht werden.

Ein gesundes Knie kann im Normalfall bis 120 – 150° gebeugt und je nach Bandapparat ca. 5 – 10° überstreckt werden. Bei 90° Beugung kann das Knie ungefähr 40° außenrotiert und 10 - 20° innen rotiert werden.
Die Flächen, die sich im Knie gegenüberliegen, sind als „natürliche Schutzschicht“ mit Knorpelgewebe überzogen (die vier stabilen Bänder, vorderes, hinteres Kreuzband innerhalb des Gelenks sowie zwei Seitenbänder am Rand halten das Knie). Wie Stoßdämpfer liegen außerdem die beiden halbmondförmigen Menisken, der Innen- und Außenmeniskus, im Gelenk.

Das Knie ist ausgesprochen stabil und kann kurzfristig bis zu eineinhalb Tonnen Last tragen. Dennoch ist es bei Sportlern das am häufigsten verletzte Gelenk. Werden Risikosportarten aus der Weg geht, ist dennoch nicht vor Knieproblemen sicher. Sie treten in fast jedem Alter auf. Übergewicht, angeborene oder erworbene Haltungsschäden und unbehandelte Verletzungen tragen zu Kniegelenkschäden bei - zusätzlich zum natürlichen Alterungsprozess.

Das Knie hat ein gutes Gedächtnis, kleinere Verletzungen im Gelenk können mittel- bis langfristig zu schweren Gelenkschäden führen, wenn sie gar nicht oder nicht richtig behandelt werden - Früherkennung ist deshalb besonders wichtig.